Lebendige Brotkultur Niederbayern

Hefewasser · natürliche Gärung · Brot aus wilder Kultur

FACTS

WAS? Brotbackkurs mit Wilder Hefe

WANN? 16. Oktober 2026: 13.00-16.00 Uhr und 17. Oktober: 13.00- ca. 17.30 Uhr

WO? Brunngasse 12, 94127 Neukrichen am Inn

FÜR WEN? Erwachsene

VORKENNTNISSE? Brotbackerfahrung 

ENERGIEAUSGLEICH? 139 €, inkl. Begleitskript, Hefewasser und Verköstigung

Wusstest du, dass du Hefe selbst herstellen kannst – aus Früchten, Blüten und Kräutern, die direkt in deiner Umgebung wachsen?

Und dass daraus Brote entstehen, die ein eigenes Aromaprofil tragen, geprägt von Frucht, Pflanze, Jahreszeit und Ort – Brote, deren Geschmack sich nicht wiederholen lässt, weil sie jedes Mal neu entstehen?

Wilde Hefe ist eine der ursprünglichsten Formen natürlicher Brotfermentation.

Sie entsteht dort, wo Natur in Reife übergeht: auf der Oberfläche von Obst, auf Blüten, auf Kräutern und in der unmittelbaren Umgebung des Menschen. Diese unsichtbaren Mikroorganismen beginnen zu arbeiten, sobald sie auf Zucker, Wasser und Zeit treffen und setzen einen lebendigen Gärprozess in Gang.

Gemeinsam mit dem Sauerteig gehört sie zu den ältesten bekannten Methoden, Brot auf natürliche Weise zu lockern und zu entwickeln. Der Unterschied liegt in der Art der Führung. Während Sauerteig eher stabil aufgebaut und regelmäßig gepflegt wird, reagiert wildes Hefewasser deutlich sensibler auf seine Umgebung. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Pflanzenwahl und Reifegrad der Zutaten beeinflussen direkt seine Aktivität.

Jeder Ansatz ist anders. Jeder Verlauf einzigartig.

Genau darin liegt die Besonderheit dieser Backkultur. Es entsteht kein standardisiertes Ergebnis, sondern ein lebendiger Prozess, der Aufmerksamkeit, Gespür und Beobachtung verlangt. Wilde Hefe ist das Gegenstück zu industriellen Backmischungen. Kein festgelegtes Ergebnis, sondern ein Zusammenspiel aus Natur, Zeit und Technik.

In diesem zweitägigen Kurs tauchst du in diese Form des Brotbackens ein und entwickelst deine eigene lebendige Backkultur.

Im Wuide-Wurzn-Garten stellst du dein eigenes Hefewasser her – aus saisonalen Früchten, Kräutern und Pflanzen der Region. Du beobachtest, wie sich daraus eine aktive Kultur entwickelt, die deinen Teig trägt, prägt und verändert.

Parallel dazu werden mehrere Brotteige angesetzt, die sich unterschiedlich entwickeln. Je nach Verlauf entstehen zwei bis drei Brote, die verschiedene Reifeprozesse, Führungen und Aromaverläufe sichtbar machen.

Bereits am ersten Tag wird angesetzt, gearbeitet und beobachtet. Danach beginnt die eigentliche Phase. Der Teig ruht, lebt und entwickelt sich über Nacht weiter.

Am zweiten Tag zeigt sich, was über Nacht entstanden ist: Der Teig wird beurteilt, weitergeführt, geformt und gebacken. Je nach Entwicklung entstehen zwei bis drei Brote, die den gesamten Prozess von der ersten Mischung bis zum fertigen Laib nachvollziehbar machen.

Jedes Brot trägt seinen eigenen Charakter in Struktur, Krume und Aroma.

Der besondere Wert dieses Kurses liegt in der Vielfalt. Jedes Hefewasser reagiert anders. Jede Umgebung beeinflusst den Prozess. Kein Ansatz gleicht dem anderen. So entstehen Brote, die nicht planbar sind, sondern sich entwickeln. Luftige Krume, saftige Struktur und ein tiefes Aroma entstehen aus dem Zusammenspiel von Natur, Zeit und Führung.

Dieser Kurs richtet sich an Menschen, die Brot nicht nur backen wollen, sondern verstehen möchten, wie lebendige Gärung funktioniert und wie stark Natur, Zeit und Umgebung den Charakter eines Teiges prägen.

Dieser Kurs ist für dich geeignet, wenn du …

  • Brot nicht nur backen, sondern als lebendige Kulturtechnik erleben möchtest.
  • verstehen möchtest, wie Sauerteig entsteht, geführt wird und den Charakter eines Brotes prägt.
  • lernen möchtest, wie du zuhause erfolgreich mit Sauerteig backen kannst.
  • Freude daran hast, mit den Händen zu arbeiten und lebendige Teige zu begleiten.
  • dich für regionale Esskultur, traditionelle Handwerkstechniken und den Geschmack unserer Heimat interessierst.
  • neugierig auf Brotgewürze aus der Natur und ihre oft vergessene Geschichte bist.
  • mehr über die niederbayerische Brotkultur und ihre Wurzeln erfahren möchtest.
  • den Unterschied zwischen industriell hergestelltem Brot und handwerklich geführtem Sauerteigbrot kennenlernen möchtest.
  • den Duft, Geschmack und die besondere Qualität frisch gebackenen Bauernbrotes schätzt.

 

Bitte bringe eine leere Milchflasche oder eine Ein-Liter-Glasflasche mit weiter Öffnung für dein Hefewasser mit sowie ein sauberes Schraubglas (200–300 ml) für dein Anstellgut.
Zusätzlich empfehle ich Schreibmaterial, ausreichend Getränke und wetterangepasste Kleidung, da Teile des Kurses im Wuide-Wurzn-Garten stattfinden.

Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 7 Personen begrenzt.

Das nimmst du mit nach Hause:

  • dein eigenes Hefewasser-Anstellgut
  • umfangreiches Kurswissen und Rezeptunterlagen
  • viele praktische Tipps für das Backen zuhause
  • Verständnis für natürliche Gärprozesse
  • Sicherheit im Umgang mit lebendigen Teigen
  • ein tieferes Verständnis für die niederbayerische Brotkultur

Meine Kurse sind bewusst praxisnah, naturverbunden und in kleinen Gruppen gestaltet. Im Mittelpunkt steht nicht das reine Vermitteln von Wissen, sondern das eigene Erleben und Verstehen traditioneller Kulturtechniken.

Wir lernen gemeinsam durch Beobachten, Ausprobieren und eigenes Tun. Dabei nehmen wir uns Zeit, Prozesse zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und Erfahrungen mit allen Sinnen zu sammeln. Denn vieles erschließt sich erst dann wirklich, wenn man es selbst gemacht, gerochen, gefühlt und geschmeckt hat.

Neben praktischem Handwerkswissen fließen auch Wildpflanzenwissen, regionale Esskultur, traditionelle Verarbeitungsmethoden und kulturhistorische Hintergründe in meine Kurse ein. Viele dieser Techniken prägten über Jahrhunderte hinweg das Leben unserer Vorfahren und waren eng mit den Jahreszeiten, der Landwirtschaft und den Schätzen der heimischen Natur verbunden.

Ob Brotbacken, Fermentation oder die Verwendung heimischer Wildpflanzen – stets geht es darum, altes Wissen wieder erlebbar zu machen und einen lebendigen Zugang zu unserer regionalen Genusskultur zu schaffen.

So entstehen Kurse, die Wissen, Handwerk, Naturerfahrung und Genuss miteinander verbinden.

  • Mit deiner Anmeldung und meiner Kursplatzbestätigung ist dein Platz verbindlich reserviert. Die Zahlung erfolgt nach Erhalt der Anmeldebestätigung.
  • Eine kostenfreie Stornierung ist bis 10 Tage vor Kursbeginn möglich.
  • Bei einer Stornierung zwischen 10 und 2 Tagen vor Kursbeginn werden 50 % des Kursbeitrags fällig.
  • Bei einer Stornierung weniger als 2 Tage vor Kursbeginn sowie bei Nichterscheinen wird der gesamte Kursbeitrag (100 %) berechnet.
  • Du hast jederzeit die Möglichkeit, eine Ersatzperson zu benennen, die deinen Platz übernimmt.
  • Sollte ein Kurs meinerseits abgesagt werden, erhältst du bereits geleistete Zahlungen selbstverständlich vollständig zurück.

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