Zwischen Wurzeln und neuen Wegen

„Es gibt Wege, die führen hinaus in die Welt.
Und es gibt Wege, die führen zurück zu uns selbst.
Bei mir braucht es beides.“

Ich liebe es, mich mit voller Hingabe in neue Abenteuer zu stürzen. Fremde Kulturen und Menschen kennenzulernen, Neues zu wagen, eigene Grenzen zu verschieben und Ängste zu überwinden. Für mich ist das pures Freiheitsgefühl. Gleichzeitig liebe ich die Ruhe. Nichts vorhaben. Zeit nur für mich haben – für das, was ich in diesem Moment gerade möchte und brauche. Mich in der Natur erden und einfach nur sein.

Für manche mag das paradox klingen. Für mich gehören beide Seiten zusammen. Denn genau in diesem Wechsel zwischen Aufbruch und Rückzug, zwischen Abenteuer und Ruhe, spüre ich mich selbst – und werde mir meiner eigenen Urkraft und der Möglichkeiten, die in mir liegen, bewusst.

Vielleicht haben mich genau diese vielen Begegnungen mit starken und außergewöhnlichen Menschen auch immer wieder zu mir selbst geführt. Ich war schon immer neugierig auf Menschen, auf ihre Geschichten, ihre Wege und darauf, was sie antreibt. Und je mehr unterschiedliche Menschen ich kennenlernen durfte, desto mehr habe ich auch bei mir selbst hingeschaut: Was steckt eigentlich in mir? Wo liegen meine Stärken? Und was ist meine ganz eigene Urkraft?

Manche Begegnungen bleiben. Sie inspirieren uns, bringen uns zum Nachdenken oder zeigen uns Seiten an uns selbst, die wir vorher vielleicht noch gar nicht gesehen haben. Und genau das liebe ich bis heute: Menschen zu begegnen, ihre Stärken zu entdecken und zu erleben, was möglich wird, wenn jemand beginnt, mehr an sich selbst und die eigenen Möglichkeiten zu glauben. Und ich liebe diesen Moment, wenn viele Menschen zusammenkommen und plötzlich sichtbar wird: Wow – was können wir gemeinsam alles bewegen? Genau dieses Potenzial steckt für mich in jedem Menschen. Und genauso in Gruppen und Teams.

Mein Weg zum systemischen Natur- und Business Coach

Wir kommunizieren jeden Tag. Wir sprechen mit anderen, treffen Entscheidungen, organisieren unser Leben und erfüllen unterschiedlichste Rollen. Aber wie oft halten wir eigentlich inne und hören uns selbst wirklich zu? Gerade im Alltag bleibt dafür oft wenig Raum. Wir funktionieren, kümmern uns, planen und machen weiter. Und irgendwann stellt sich vielleicht die Frage:

Wer bin ich eigentlich, wenn ich keine Rolle erfüllen muss? Wenn ich einfach ich selbst bin?

Für mich beginnt genau hier eine spannende Reise. Denn Coaching bedeutet für mich nicht, jemandem Ratschläge zu geben oder zu sagen, was er tun soll. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen ihre eigenen Antworten und Lösungen finden. Das ist für mich ein unglaublich starker und schöner Gedanke: Die Antworten, nach denen wir suchen, tragen wir oft bereits in uns. In unseren Erfahrungen, unserem Vertrauen in uns selbst und in unserer ganz eigenen Urkraft. Doch meist sind wir so sehr im Kopf, dass wir den Zugang dazu verlieren. Wir überlegen, analysieren und wägen ab – und merken dabei vielleicht gar nicht mehr, was wir eigentlich fühlen und uns wünschen. Genau hier kann etwas entstehen, das ich an Coaching so besonders finde: wenn aus einem Gedanken plötzlich ein Gefühl wird, aus einem Gefühl eine Klarheit und aus dieser Klarheit eine eigene Entscheidung.

Die Natur als Erfahrungsraum und Co-Coach

Meine Verbindung zur Natur ist nicht nur durch meine Ausbildungen entstanden, sondern vor allem durch viele Jahre eigener Erfahrungen und Erlebnisse. Ich war schon immer gerne draußen, habe als Reiterin, Kletterin und Bergsteigerin unterschiedlichste Landschaften erlebt und mich auf Reisen immer wieder bewusst auf die Natur und die Menschen vor Ort eingelassen. Besonders prägend waren für mich dabei meine Begegnungen mit Menschen in der Mongolei und in Afrika, deren Leben und Alltag noch auf eine ganz andere Weise mit der Natur verbunden sind. Diese Erfahrungen haben meinen Blick darauf geprägt, wie viel Orientierung, Inspiration und Kraft in unserer natürlichen Umgebung liegen kann.

Gerade meine Ausbildung zur Achtsamkeits- und Naturtrainerin und meine langjährige Erfahrung als Kräuterpädagogin und Kräuterfachfrau haben diesen Zugang noch einmal vertieft. Die Natur erzählt vom Werden und Vergehen, von Wachstum und Rückzug, von Veränderung und Neubeginn. Und sie lädt uns ein, wieder genauer wahrzunehmen: Was sehen wir? Was hören wir? Was spüren wir? Was verändert sich, wenn wir für einen Moment langsamer werden?

Für mich ist die Natur deshalb weit mehr als eine schöne Kulisse für Coaching. Sie ist Erfahrungsraum, Spiegel und kreativer Raum zugleich. Ein Weg kann uns in Bewegung bringen, ein Perspektivwechsel in der Landschaft neue Gedanken anstoßen und eine unerwartete Begegnung plötzlich eine ganz andere Sichtweise eröffnen. Wir erleben Dinge nicht nur im Gespräch, sondern können sie unmittelbar wahrnehmen, ausprobieren und erfahren. Genau darin liegt für mich die besondere Kraft naturgestützten Coachings.

Diese Verbindung möchte ich künftig nutzen, um Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten. In Einzelcoachings, Gruppenformaten und Coachings für Teams, Unternehmen und Organisationen möchte ich Naturerleben mit systemischem Coaching, Achtsamkeit und meiner Verbundenheit mit unserer Kulturlandschaft verbinden – ergänzt durch mein Wissen über Pflanzen, traditionelle Bräuche und die natürlichen Kreisläufe, die uns umgeben.

Erste Schritte: meine Kraftortwanderungen im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald gibt es ganz besondere Orte, die nicht nur landschaftlich faszinierend sind, sondern auch Geschichten erzählen. Orte, die schon unsere Vorfahren aufgesucht haben und an denen Menschen seit jeher Kraft, Halt oder Verbindung gesucht haben. Nicht selten sind diese Orte mit Sagen und Brauchtum verknüpft, an welche sich kaum einer mehr erinnert.  Genau diese “Kraftorte” möchte ich nutzen, um Naturerleben mit Reflexion und Coaching zu verbinden. 

Zwei Konzepte sind bereits fertig und sollen regelmäßig angeboten  werden.

Am Wackelstein geht es um Balance. Erfahre mehr

Bei der Buchberger Leite gehen wir in die Tiefe. Erfahre mehr

Beide Kraftortwanderungen verbinden die Besonderheiten des jeweiligen Ortes mit Themen, die uns auch im eigenen Leben begegnen.

Der rund 50 Tonnen schwere Wackelstein liegt auf einem großen Felsen und kann tatsächlich zum Wackeln gebracht werden. Mit dem richtigen Rhythmusgefühl gelingt es sogar einer einzigen Person, den gewaltigen Stein ins Schwanken zu bringen. Für mich ein wunderbares Bild für Balance, innere Stärke und die Frage, wie wir auch dann in unserer Mitte bleiben, wenn um uns herum vieles in Bewegung ist.

Bei der Buchberger Leite hingegen geht es ganz bewusst in die Tiefe. Die Wanderung durch die Schlucht von Freyung nach Ringelai führt immer weiter hinab, vorbei an Felsen und durch einen alten Stollen, bis schließlich eine sprudelnde Quelle erreicht wird, die aus der Tiefe der Erde kommt.

Die Wanderung ist ganz bewusst für die Zeit rund um Samhain und die Wurzelgrabzeit gewählt. Während sich die Natur zurückzieht und die Pflanzen ihre Kraft in die Wurzeln zurückführen, wenden auch wir unseren Blick nach innen: Was gibt uns Stärke? Was trägt uns? Was darf weniger werden oder vielleicht sogar gehen? Und was passiert, wenn wir uns bewusst zurückziehen und Raum für Neues entstehen lassen?

Für mich liegt gerade darin die besondere Kraft dieses Ortes: Die Landschaft selbst erzählt von Rückzug, Tiefe und verborgenen Kraftquellen.

Natürlich gibt es bereits weitere Ideen für Kraftort- und Gruppenformate im Bayerischen Wald. Ganz besonders freue ich mich auf die Rauhnächte, die mich schon seit vielen Jahren begleiten und die ich nun auf wundervolle Weise mit meinem Kräuterwissen und der Räucherkunde, Kraftortwanderungen, Achtsamkeitsübungen, Naturimpulsen und systemischem Coaching verbinden kann.

Noch ist vieles im Entstehen. Ich lerne, probiere aus, sammle Erfahrungen und bin selbst gespannt, wohin sich diese Reise entwickelt.

Ein kleine Herbstimpulse für dich

Der Herbst ist die Zeit, in der die Natur langsamer wird. Die Tage werden kürzer, das Licht weicher und vieles zieht sich zurück. Vielleicht ist das auch für uns eine gute Gelegenheit, einmal innezuhalten und uns zu fragen: Was möchte ich weitertragen – und was darf ich loslassen?

Die Natur macht es uns gerade überall vor. Die Bäume lassen Blatt für Blatt los und ziehen ihre Kräfte nach innen. Was nicht mehr gebraucht wird, darf gehen. Gleichzeitig ist im Verborgenen längst der nächste Frühling vorbereitet: In den Knospen wartet schon das neue Leben.

Besonders bewusst wird mir das gerade bei unseren Apfelbäumen. Apfel für Apfel fällt zu Boden. Die Äste werden leichter, die Blätter färben sich und langsam verändert sich das Bild im Garten. Und doch ist das Leben nicht vorbei. Im Gegenteil. Während wir noch die letzten Früchte ernten, ist der nächste Jahreszyklus längst angelegt.

Vielleicht nimmst du dir in den kommenden Herbstwochen ganz bewusst kleine Momente, um langsamer zu werden, wahrzunehmen und dich vom Rhythmus der Natur inspirieren zu lassen:

Und vielleicht nimmst du dir bei einem deiner Herbstspaziergänge einen Moment für die Frage:

Was möchte ich loslassen, damit wieder Raum für etwas Neues entstehen kann?

Und wenn du Lust hast, diesen Gedanken ein Stück weiterzugehen, komm mit mir in die Buchberger Leite.
Im November, rund um Samhain und die Wurzelgrabzeit, gehen wir dort ganz bewusst in die Tiefe – in der Landschaft und ein Stück weit auch in uns selbst.

Über diesen Beitrag

Ich bin Miriam Dick, Kräuterfachfrau, Kräuterpädagogin, Achtsamkeits- und Naturtrainerin und angehende systemische Coachin.

In meinem Naturjournal verbinde ich Pflanzenwissen, Naturerleben, Brauchtum und unsere regionale Kultur. Ich schreibe über heimische Pflanzen und ihre Verwendung, traditionelle Anwendungen und überliefertes Wissen, Jahreskreis und Bräuche – aber auch über die besonderen Orte und Geschichten unserer Kulturlandschaft.

Dazu kommen persönliche Einblicke und Impulse rund um Natur, Achtsamkeit und persönliche Entwicklung.

Zurück zur Natur. Zurück zu dir.